Die Geschichte der Mobilen Funkhilfe Harz e.V.

1975-2017

in Kurzfassung

Im Frühjahr des Jahres 1975 wurde für die Allgemeinheit der CB-Funk (Funk für Jedermann mit begrenzter Reichweite) mit 12 Kanälen, einer kleiner Sendeleistung 0,5 W und AM (Amplitudenmodulation) in Deutschland freigegeben. Dieses war der Startschuss am Anfang des Jahres 1975 zur Gründung einer neuen Funk-Vereinigung. Ihr Name sollte fortan MOBILE FUNKHILFE HARZ sein.

Es fanden sich Personen inspiriert von Hans-Walter Becke zusammen, die vorwiegend aus dem THW (Technisches Hilfswerk) Osterode als auch den Feuerwehren der Umgebung stammten. Erstes Ansinnen war die jeweiligen Funkinteressenten aus den Organisationen in einer gemeinsamen Vereinigung zu bündeln. Der Funkrufname HARZ wird Vereinsrufname der Mitglieder. Er lehnt sich an BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, Feuerwehr, Polizei, THW) Rufnamengebung an (kein Phantasierufname).  Mit der Eröffnung des Jedermannfunk’s bezeichnet als CB-Funk (aus dem amerikanischen übernommen “Citizen Band” = Bürgerfunk), stand eine frei zugängliche sowie auch kostengünstige Möglichkeit für Funkverbindungen zu Verfügung. Bis zu diesem Zeitpunkt war es nur Behörden mit deren organisatorischen Einheiten, dem Betriebsfunk (für gewerbliche Anwendungen), Pannenhilfsclubs (ADAC + ACE) und lizenzierten Funkamateuren vorbehalten eigene Sende- u. Empfangsgeräte (Funkanlagen) zu betreiben.

Die Mehrheit der damaligen Mitglieder bezweckte mittels dieses Vereins, ihre Organisationen mit Funk zu unterstützen, vor allem aber einzelne BOS (Behörden- u. Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) -Einheiten untereinander zu verbinden. In jener Zeit oder in den Folgejahren gründeten sich weitere ähnliche, zum Teil auch heute noch existierende Vereinigungen. Eine richtige Kultur entwickelte sich in diesen Kreisen. Die Vereinigungen waren aus Osterode, Bad Lauterberg, Northeim, Goslar, Einbeck, Hannover, Kassel, Delmenhorst, Aurich innerhalb von Niedersachsen zu verzeichnen. Bekannt sind im Jahr 2000 noch: FHD Osterode e.V., Mobile Funkhilfe Drei-Türme Einbeck e.V., der EUROPA-Club Bad Lauterberg.

Der erste Vorstand sah wie folgt aus:

Erster Vorstand :  

1. Vorsitzender                                  Hans-Walter Becke

2. Vorsitzender                                  Klaus Greve

    Kassen- und Materialwart:            Norbert Fischer

    Schriftführerin:                              Sigrid Greve              

In den Nachfolgejahren bis 1982 verfolgte der Club Ziele eines Pannenhilfsvereines, ähnlich des ADAC, für die Südharzregion. Besonders Urlaubern und Durchreisende wurden in über hundert Fällen geholfen. Die Fahrzeugausrüstungen mussten mit samt den Fahrern den besonderen Anforderungen eines Pannenhilfsfahrzeug entsprechen. Der Aktionsraum erstreckte sich von der A7 (Seesen-Echte) bis Bad Lauteberg, sowie von Northeim bis nach Clausthal-Zellerfeld. Auch die Begleitung von Rallyes (intern. ADAC-Deutschland-Rallye) und diversen Volksfesten standen nebenbei auf dem Programm. 1978 wurde von der Gemeinde Förste dem Verein ein Platz über dem Jugendzentrum Förste überlassen. Seit dem hat die Mobile Funkhilfe Harz e.V. eine „Zentrale“ Funkbude für die Aktivitäten. Sie dient bis heute als Funkzentrale, Schulungs- und Aufenthaltsraum für die Mitglieder. 

In den Jahren ab 1982 änderten sich die Gegebenheiten. Pannenhilfe kam nun meist professionell von den Autohäusern und den Automobilclubs direkt. Auch die funktechnische Grundlagen im CB-Funk (Überfüllung) und den Wegfall der Sonderzuweisung der sog. Funkgruppe 4, machten einen sicheren Funkbetrieb nicht mehr möglich. Viele Mitglieder sahen sich allen Perspektiven genommen und verließen den Verein, der in der Spitze fast 70 Mitglieder in 6 Ortsgruppen hatte.

In den Jahren ab 1990 folgte eine Neuausrichtung der Vereinsaktivitäten. Mit der ab 1983 neu eingeführten UKW-70cm Zuweisung konnten sichere Funkverbindungen für Veranstaltungen aller Art angeboten werden. Da diese Gerätetechnik zu diesem Zeitpunkt  für den Einzelnen nahezu unerschwinglich war, standen nur wenige „Funkanlagen für Hilfszwecke“ zur Verfügung. Die ersten Reichweitentests waren zudem nicht zufrieden stellend. Erst mit Hilfe von Funkamateuren konnten technische Defizite entdeckt und behoben werden. 

Bei Radausfahrten des Försters Radsportvereines „Frisch Auf Förste“ und bei dem ersten Duathlon/Triathlon vom MTV Förste bewies die neue Technik was mit Ihr möglich war. Mit der Begleitung des MTV Förste wurden wir wieder bekannter. In der Folgezeit bis heute setzen wir auf diesem Neuanfang um das Jahr 1995 auf. Seit dem sind wir bei zahlreichen Events (siehe Termine) dabei und dabei gewesen. Wir erinnern uns ab 1990 an die größeren Einsätze bei: 1000-Jahre Förste (1990), Int. ADAC-Welfenrallye (wieder ab 2005), Rockharz (2008+2009), Walpurgis, Sehusa Seesen, Kranzreiten Förste (seit 1981), Treckertreffen Förste (seit 2006), Messen in Hannover (seit 2002), und unzählige weiteren Sportveranstaltungen in der Region.

Bei Ausrüstungen für den Funker haben wir uns den Erfordernissen dafür immer wieder angepasst. So wird seit Jahren eine einheitliche und normgerechte Schutzausrüstung für alle Wetter an alle Mitglieder ausgegeben, seit dem Jahr 2000. Neben einer Funksprechausbildung weisen alle eingesetzten Mitglieder einen Erst-Hilfe-Lehrgang vor.

Bei den technischen Betriebsmitteln stellen wir neben diversen funktechnischen Lösungen, Lautsprecheranlagen mit drahtlosen Mikros, über geprüfte Stromverteilungsanlagen für Messen und Märkte, Notstromversorgungen, Ausleuchtungs- und Straßensicherungsmittel, für den Veranstalter zur Verfügung.

Bei den verschiedenen Einsätzen arbeiten wir mit den örtlichen Feuerwehren im Sösetal, den Johannitern Regional und mit der Ortsgruppe Bad Grund, verschiedenen Rotkreuz Ortsgruppen (Osterode und Altes Amt) und dem THW Osterode zusammen.

Unser Verein heute zählt im Jahr 2017 40 Mitglieder aller Alterklassen, vorwiegend aus dem Sösetal von Osterode bis Dorste. Durch die immer wieder neuen Anforderungen an uns und die abwechselnden Veranstaltungsbegleitungen wird es heute sowie in Zukunft nicht langweilig werden, soviel ist gewiss im 35. Jahr unseres Bestehens.

 

Oliver Häusler

1. Vorsitzender